Familienrecht

Das Familienrecht im materiellen Sinne umfasst sämtliche Regelungen über diejenigen Rechtsverhältnisse, die zwischen Personen aufgrund Ehe und Verwandtschaft bestehen und regelt darüber hinaus auch solche Rechtsverhältnisse, die verwandtschaftsersetzende Funktionen haben, nämlich Vormundschaft, Betreuungsrecht und Pflegschaft .
Im Wesentlichen ist das materielle Familienrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) erfasst, darüber hinaus in einigen Nebengesetzen.
Formelle Regelungen des Familienrechts in der Zivilprozessordnung (ZPO) und dem Gesetz über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG) beinhalten die Verfahrensvorschriften.

Ehe und Familie werden durch verfassungsrechtliche Verankerung unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung gestellt und fußen auf unserer christlich-abendländischen Tradition; dennoch sind sie den Änderungen der gesellschaftlichen Entwicklung unterworfen, wie es beispielsweise zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare im Lebenspartnerschaftsgesetz zum Ausdruck kommt.

In unserer anwaltlichen Praxis befassen wir uns vorrangig mit den durch Ehe und Verwandtschaft begründeten Rechtsverhältnissen:

Im Falle der Trennung und Ehescheidung ergibt sich Klärungs- und Regelungsbedarf im Hinblick auf die Ehewohnung, den Hausrat, den Trennungs- und nachehelichen Ehegattenunterhalt, das eheliche Güterrecht und den Versorgungsausgleich.
Im Falle gemeinsamer minderjähriger Kinder sind Entscheidungen zu deren Aufenthalt, zum Sorgerecht insgesamt, zum Kindesunterhalt und der Umgangsausübung zu treffen. Sind die Kinder volljährig, ergeben sich weitere Klärungen zu Unterhaltsleistungen.

Auch wenn die Eltern der gemeinsamen Kinder nicht miteinander verheiratet sind, ergeben sich bei Trennung notwendige Regelungen zum Sorgerecht, Aufenthalt der Kinder, Unterhalt und zur Umgangsausübung.

Ebenso ist denkbar, dass volljährige Kinder anwaltlichen Rat bei der Geltendmachung und Durchsetzung ihrer Unterhaltsansprüche gegen die Eltern benötigen.

Weiterhin erstreckt sich unsere anwaltliche Tätigkeit auch auf Abstammungsfragen mit deren weitreichenden Folgen. Neben einem Anfechtungsverfahren gibt es nun auch die Möglichkeit der Vaterschaftsklärung außerhalb eines solchen Verfahrens und ohne dessen angestrebte Rechtsfolgen.

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Die anwaltliche Tätigkeit auf dem Gebiet des Familienrechts weist Besonderheiten auf:

Die streitenden Parteien sind in ihrer Auseinandersetzung in aller Regel nicht über eine nur punktuelle Unstimmigkeit miteinander verbunden wie etwa ein Autokäufer, der sich vom Kfz-Händler getäuscht fühlt oder der Vermieter, der vergeblich auf Mietzahlungen wartet und auf die wiederkehrend vorgeschobenen Mieterbehauptungen zu Wohnungsmängeln nicht mehr reagieren mag.
Die Streitparteien im Familienrecht sind vielmehr bisher oft viele Jahre in engem Maße miteinander verbunden gewesen, haben Freud und Leid geteilt, sie kennen die Stärken und Schwächen des Gegenüber und oft auch Dinge, die ein Dritter nicht erfahren sollte.

In seltenen Fällen – aber auch die gibt es – stellen die Parteien streitlos und übereinstimmend das Scheitern ihrer Beziehung fest, teilen Vermögen und Schulden, klären die Unterhaltszahlungen und gehen in Freundschaft friedlich auseinander.

In den meisten Fällen gehen bereits streitige Auseinandersetzungen und gegenseitige Verletzungen der Trennung voraus; die Parteien sind emotional höchst betroffen. Darüber hinaus ergeben sich erhebliche wirtschaftliche Folgen; die (sowieso stets vorhandene) Sorge um die gemeinsamen Kinder wächst und die Parteien sind gefangen von den kreisenden Gedanken um die finanzielle Zukunft, wie die Kinder es verkraften werden, was die Verwandtschaft im übrigen dazu sagt, warum die Beziehung scheiterte und wieso der gegebenenfalls schon neue Partner der „Bessere\“ sein soll, was man falsch machte und wieso ein Aufeinanderzugehen nicht mehr möglich ist.
Es ist Aufgabe eines aufgesuchten Familienrechtlers, in dieser Situation besonnen und sachlich für den Mandanten und dessen rechtliche Interessen tätig zu werden.
In diesem Sinne verstehen wir auch unsere anwaltliche Tätigkeit auf dem Gebiet des Familienrechts. Inhalt und Aufgabe ist es nicht, die höchstpersönlichen Auseinandersetzungen mit rechtlicher Unterfütterung noch zu verschärfen. Vielmehr ist es Ausdruck anwaltlicher Professionalität, mit höchster Sachlichkeit dem Mandanten rechtlich bei den zu klärenden Trennungs- und Scheidungsfolgen zur Seite zu stehen und so möglicherweise auch zu einer Situationsentspannung beizutragen. Hierbei ist zunächst auf eine einvernehmliche Regelung hinzuwirken, um eine zukunftstragfähige, austarierte Einigung zu erreichen. Dies ist jedoch nicht immer möglich, so dass durchaus auch eine gerichtliche Klärung von ungeklärten Details der Trennung und Scheidung in Betracht kommt.

In den meisten Fällen gelingt es jedoch im Vorfeld einer gerichtlichen Auseinandersetzung oder unter dem Eindruck richterlicher Hinweise jedenfalls eine Entscheidung durch Urteil zu vermeiden zugunsten einer vergleichsweisen gütlichen Regelung.

Ebenso wie in allen anderen Rechtsgebieten gilt, dass die gesetzlichen Vorschriften zum materiellen und formellen Familienrecht keine Naturgesetze darstellen, sondern mit der gesellschaftlichen Entwicklung und damit einhergehender Änderung der Vorstellungen vom Zusammenleben stetiger Wandlung unterworfen sind. Täglich erweitert sich die Rechtsprechung; selbst Gesetzesreformen erhalten erst Leben durch die rechtsprechende Ausgestaltung.

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Familienrecht bei Wittner Rechtsanwälte

Wir, Wittner Rechtsanwälte aus Leipzig, stehen den Mandanten auf dem Gebiet des Familienrechts in dem beschriebenen Sinne und vor dem Hintergrund stetiger Weiterbildung, der Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung und Gesetzesänderungen, des Fachaustausches mit Kollegen sowie schließlich der Berufs- und Lebenserfahrung zur Verfügung.

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